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Ayurvedische Kekse: Gesunde Dinkel-Gewürzplätzchen (mit Rezept)

Sind süße Leckereien im Ayurveda erlaubt? Die Antwort lautet ganz klar: Ja! Unsere ayurvedischen Kekse nähren Körper, Geist und Seele, ohne Dich zu beschweren. Hier erfährst Du, wie der Ayurveda Süßigkeiten einordnet, wie sie auf die Doshas wirken und worauf Du achten musst, um im Gleichgewicht zu bleiben. Natürlich haben wir auch ein Rezept für Dich!

Süßes im Ayurveda ist absolut erlaubt

Im Ayurveda gibt es eigentlich keine Verbote. Natürlich sind manche Lebensmittel gesünder als andere, trotzdem ist Raum für Genuss. Auch (Weihnachts-)Plätzchen sind ausdrücklich erlaubt: Richtig eingesetzt, können sie Dir sogar helfen, winterliches Vata auszugleichen. Der süße Geschmack hat eine erdende Wirkung und nährt unsere Gewebe.

Gerade in der kalten Jahreszeit braucht unser Körper mehr Wärme und Nährstoffe. Die Vata-Qualitäten trocken, kalt und leicht dominieren jetzt: Das kann innere Unruhe, trockene Haut und ein schwaches Immunsystem begünstigen. Der süße Geschmack kann das Vata-Dosha besänftigen und Dir helfen, die winterlichen Energien auszugleichen.

Das heißt natürlich nicht, dass Du täglich eine ganze Keksdose verputzen solltest. Der Ayurveda empfiehlt, süße Speisen in Maßen und nach Möglichkeit vor den Hauptmahlzeiten zu essen.

Was ayurvedische Kekse besonders macht

Ayurvedische Kekse unterscheiden sich in einigen wichtigen Punkten von klassischen Weihnachtsplätzchen, um sie bekömmlicher zu machen.

Ghee statt Butter: Backen mit flüssigem Gold

In der ayurvedischen Backkunst verwenden wir sehr gerne Ghee. Die geklärte Butter gilt als sattvisches Lebensmittel und als wertvolles, nährendes Rasayana. Bei der Herstellung von Ghee werden Eiweiß, Milchzucker und Wasser entfernt. Was übrig bleibt, ist reines Butterfett mit sehr besonderen Eigenschaften.

Ghee ist leicht verdaulich, stark nährend und wirkt entzündungshemmend. Es reinigt die Körperkanäle, unterstützt die Aufnahme von Nährstoffen und stärkt Ojas, unsere Vitalität und Immunkraft.

Durch den hohen Rauchpunkt kannst Du Ghee zudem problemlos erhitzen, ohne dass schädliche Stoffe entstehen. Falls Du in einem Rezept Ghee statt Butter verwenden möchtest, nimm etwa 20 Prozent weniger als im Rezept angegeben. Für Menschen, die vegan leben, ist Kokosöl eine gute Alternative.

Eier im Ayurveda: warum sie selten verwendet werden

Eier sind in ayurvedischen Backrezepten nicht so gerne gesehen. Vor allem in Kombination mit Mehl und Kuhmilch, wie man es aus klassischen Backrezepten kennt, gelten sie im Ayurveda als schwer verdaulich und können das Verdauungsfeuer (Agni) schwächen. Deshalb findest Du in den meisten ayurvedischen Backrezepten von Natur aus kein Ei.

Zudem wirst Du allgemein in klassisch-ayurvedischen Rezepten nur selten Eier finden. Der Grund dafür ist, dass wir Lebensmittel in der ayurvedischen Ernährung auch anhand ihrer Wirkung auf den Geist beurteilen.

Im Ayurveda unterscheiden wir drei Maha Gunas:

  • Sattva (Reinheit, Klarheit)
  • Rajas (Aktivität, Unruhe)
  • Tamas (Trägheit, Dunkelheit)

Das Ziel ist es fast immer, mehr sattvische Lebensmittel zu essen. Ein Übermaß an Eiern kann hingegen eine tamasische Wirkung haben: Sie machen Dich schwer, träge und belasten die Verdauung.

Für Weihnachtsplätzchen brauchst Du Eier zum Glück nicht. Mehl, Ghee und etwas Flüssigkeit reichen völlig aus, um einen geschmeidigen Mürbeteig herzustellen.

Wärmende Gewürze: Nahrung als Medizin

Gewürze sind im Ayurveda weit mehr als Geschmacksgeber. Sie regen Dein Verdauungsfeuer Agni an und können Dir helfen, die Balance Deiner Doshas zu unterstützen.

Eine ausgewogene Mahlzeit enthält im Ayurveda alle sechs Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb. Mit Gewürzen lässt sich das besonders einfach erreichen. Gerade die klassischen Weihnachtsgewürze passen zudem perfekt zur kalten Jahreszeit, denn die meisten haben eine wärmende Wirkung.

  • Zimt wirkt erhitzend, regt das Verdauungsfeuer Agni an, hilft bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels und wirkt beruhigend auf Vata. Sein intensiver, süßlich-scharfer Geschmack macht ihn zum Lieblings-Weihnachtsgewürz der meisten Menschen.
  • Kardamom wirkt verdauungsfördernd, entsäuernd und stimmungsaufhellend. Außerdem ist er gut für den Kreislauf und hilft, Vata, Pitta als auch Kapha auszugleichen. Sein würzig-süßes Aroma verleiht ayurvedischen Plätzchen eine besondere Note.
  • Muskatnuss wirkt beruhigend auf das Nervensystem und entspannt Magen und Darm. Im Ayurveda setzen wir Muskat ein, um u.a. übermäßiges Vata zu reduzieren. In großen Mengen hat es eine tamasische Wirkung, eine Prise in Deinen Keksen ist aber völlig in Ordnung.
  • Vanille hat ebenfalls eine beruhigende Wirkung und gilt als aphrodisierendes Gewürz. Sie wärmt sanft, ohne zu erhitzen, und passt zu allen drei Doshas.

Das Rezept: Ayurvedische Dinkel-Kekse mit Gewürzen

Unser Rezept für ayurvedische Plätzchen sind ideal für alle, die ayurvedische Weihnachtsbäckerei kennenlernen möchten oder Lust auf eine gesunde Nascherei haben. Diese Ayurveda-Kekse sind nicht zu süß, haben eine wunderbare Gewürznote und eignen sich auch für Back-Anfänger:innen.

Die Zutaten (ergibt etwa 40 Plätzchen)

  • 200 g Dinkelmehl
  • 75 g gemahlene Mandeln
  • 100 g Ghee oder natives Kokosöl (zimmerwarm)
  • 80 g Kokosblütenzucker oder Rohrohrzucker
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • ½ TL gemahlener Kardamom
  • 1 Prise gemahlene Muskatnuss
  • 1 Prise gemahlene Vanille
  • Feiner Abrieb einer halben Bio-Orange
  • 1 Prise Salz
  • 3-4 EL Pflanzenmilch (z.B. Mandel- oder Hafermilch)

Die Zubereitung

  • Gib Dinkelmehl, gemahlene Mandeln, Zucker, alle Gewürze, die Orangenschale und eine Prise Salz in eine große Schüssel. Vermische alles gut miteinander.
  • Füge das zimmerwarme Ghee oder Kokosöl hinzu. Verarbeite die Mischung mit den Händen zu einer krümeligen Masse.
  • Gib die Pflanzenmilch löffelweise dazu und verknete alles zu einem geschmeidigen Teig. Er sollte nicht mehr an den Händen kleben, aber auch nicht zu trocken sein. Falls nötig, gib noch etwas mehr Milch oder Mehl zu.
  • Lass den Teig etwa 30 bis 60 Minuten im Kühlschrank ruhen. Das macht ihn geschmeidiger und leichter zu verarbeiten.
  • Heize den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vor.
  • Bemehle Deine Arbeitsfläche leicht und rolle den Teig etwa 3-4 mm dick aus. Stich mit Deinen Lieblingsformen Plätzchen aus und lege sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech.
  • Backe die Ayurveda-Kekse etwa 10-12 Minuten. Sie sollten am Rand etwas golden, aber insgesamt nicht zu dunkel werden.
  • Lass die Kekse auf einem Gitter auskühlen und bestäube sie noch leicht warm mit etwas Puderzucker.

Ayurveda-Plätzchen: Ein achtsamer Genuss

Am besten bewahrst Du Deine ayurvedischen Kekse in einer luftdichten Blechdose auf. So bleiben sie etwa zwei bis drei Wochen lang frisch und knusprig.

So lange halten Plätzchen bei Dir nie? Manchmal ist es schwierig, sich bei Süßem zurückzuhalten. Trotzdem empfehlen wir Dir, auch die ayurvedischen Plätzchen langsam und bewusst zu essen. Statt sie zwischen Tür und Angel zu verschlingen, nimm Dir Zeit, die verschiedenen Aromen wahrzunehmen.

Kaue die Kekse gründlich und lass die Gewürze auf Deiner Zunge wirken. Das unterstützt die Verdauung und verbindet Dich mehr mit dem, was Du zu Dir nimmst.

Tipps für die unterschiedlichen Dosha-Typen

Vata-Typen dürfen bei diesen Keksen beherzt zugreifen: Die süßen, wärmenden und erdenden Eigenschaften tun dem luftigen Vata besonders gut. Kombiniere sie mit einem warmen Chai oder einer Goldenen Milch.

Pitta-Typen sollten etwas zurückhaltender sein, da Zimt erhitzend wirkt. Falls Du sehr viel Pitta in Dir hast, kannst Du einen Teil des Zimts durch Vanille oder mehr Kardamom ausgleichen. Diese Gewürze sind kühlender und passen besser zu Deiner feurigen Natur.

Kapha-Typen sollten auch mit diesen Ayurveda-Keksen besonders maßvoll umgehen, weil Süßes und Fettiges Kapha erhöht. Reduziere eventuell die Zuckermenge etwas und füge ggf. weitere wärmende Gewürze (wie Ingwer oder Nelken hinzu). Das gleicht die schweren Eigenschaften etwas aus.

 

Fazit: Ayurveda-Kekse, die Dich ganzheitlich nähren

Unsere ayurvedischen Kekse zeigen, dass gesunde Ernährung und Genuss wunderbar vereinen lassen: Mit bewusst gewählten Zutaten, wärmenden Gewürzen und liebevoller Zubereitung entstehen Plätzchen, die unglaublich lecker schmecken und Dein Wohlbefinden ganzheitlich unterstützen.

Die kalte Jahreszeit lädt dazu ein, es sich gemütlich zu machen und achtsam zu genießen. Probier das Rezept aus, experimentiere mit den Gewürzen und finde heraus, was Dir am besten schmeckt und bekommt. Wir wünschen Dir viel Freude beim Backen!

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FAQ: Ayurvedische Kekse

Was ist an Ayurveda-Keksen anders?

Im Ayurveda wählen wir die Zutaten nach ihrer Wirkung auf Körper, Geist und Seele aus. Eier haben zum Beispiel eine trübende Wirkung auf den Geist, deshalb verwenden wir sie eher selten. Mandeln, Ghee und wärmende Gewürze sind hingegen perfekt für die kalte Jahreszeit, weil sie das Vata Dosha ausgleichen.

Sind ayurvedische Kekse gesünder als normale Plätzchen?

Ayurvedische Kekse enthalten oft hochwertigere Zutaten und verzichten auf bestimmte Kombinationen, die die Verdauung belasten können. Unser Rezept enthält Ghee statt Butter, Vollkornmehl statt Weißmehl und natürliche Süßungsmittel statt raffiniertem Zucker. Die wärmenden Gewürze unterstützen Dein Verdauungsfeuer zusätzlich. Trotzdem sind auch ayurvedische Kekse Süßigkeiten und sollten in Maßen genossen werden.

Kann ich Ghee durch vegane Alternativen ersetzen?

Die besonderen Eigenschaften von Ghee sind zwar aus Sicht des Ayurveda schwer zu ersetzen, natives Kokosöl ist aber eine gute vegane Alternative. Es hat ähnliche Eigenschaften: einen hohen Rauchpunkt, eine feste Konsistenz bei Raumtemperatur und wärmende Qualitäten. Der feine Kokosgeschmack passt gut zu den Gewürzen in den Keksen. Am besten verwendest Du immer hochwertige, kaltgepresste Öle in Bio-Qualität.

Warum verwendet der Ayurveda keine Eier beim Backen?

Beim ayurvedischen Backen sind Eier nicht so gern gesehen, da sie in Kombination mit Mehl und Milch – wie man es aus klassischen Backrezepten kennt – als schwer verdaulich gelten und das Verdauungsfeuer schwächen können.

Zudem gelten Eier im Ayurveda als tamasisches Lebensmittel. Tamas, eines der drei Maha Gunas, steht für Schwere, Trägheit und Dunkelheit. In kleinen Mengen und gut kombiniert können Eier aber durchaus Teil einer ayurvedischen Ernährung sein.

Wie passen Süßigkeiten zu einem Ayurveda-Lifestyle?

Der süße Geschmack ist einer der sechs Geschmacksrichtungen, die in jeder Mahlzeit vorkommen sollten. Er nährt unsere Gewebe, erdet uns und sorgt für Ausgeglichenheit. Gerade im Winter, wenn Vata dominiert, hilft Süße, die winterlichen Qualitäten auszubalancieren. Wie „gesund“ eine Süßigkeit für Dich ist, hängt aber von vielen Faktoren ab: Zum Beispiel von Deiner Konstitution und der Menge, Qualität und Zubereitung der Lebensmittel.

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