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Ayurveda bei Erkältung: 5 Tipps gegen Schniefnasen

Die Nase läuft, der Hals kratzt, der Kopf fühlt sich schwer an: Erkältungen sind lästig und kommen irgendwie immer im ungünstigsten Moment. Aus Sicht des Ayurveda zeigt eine Erkältung, dass Dein System aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wir sagen Dir, wie Du Dein Immunsystem nachhaltig stärken kannst – und teilen unsere fünf besten Tipps, wie der Ayurveda bei Erkältungen helfen kann!

Warum wir Erkältungen bekommen

Der kalte, graue Winter ist für unser inneres Gleichgewicht eine besondere Herausforderung. Wenn die dunkle Jahreszeit sich ankündigt, übernimmt zunächst einmal das Vata Dosha das Ruder: Damit beginnt wieder die offizielle Erkältungs-Saison.

Plötzliche Wetterumbrüche, Wind und trockene Luft erhöhen das leichte, bewegliche Dosha, schwächen das Immunsystem und führen im Körper zu Kälte und Trockenheit. Stress und eine ungünstige Ernährung – zum Beispiel mit Rohkost, viel Brot oder Fast Food – verstärken das Vata Dosha zusätzlich.

Der späte Winter und Frühling gelten als Kapha-Zeit. Falls Du also jeden Frühling mit Erkältungen kämpfst, ist wahrscheinlich das Kapha Dosha verantwortlich. Gerade, wenn Du in dieser feucht-kalten Jahreszeit auch noch schwere Mahlzeiten isst und Dich wenig bewegst, steigt das Risiko für die typische Frühjahrsmüdigkeit und verschleimte Atemwege.

Das kalte Duo: Vata und Kapha im Ungleichgewicht

Was haben Vata und Kapha gemeinsam? Genau, sie sind kalt – das zeigt uns schon einen Zusammenhang mit dem Begriff „Erkältung“. In den meisten Fällen hängt eine Erkältung mit einem Überschuss an Kapha und Vata zusammen.

Das begünstigt körperliche und psychische Dysbalancen wie Trockenheit, Gliederschmerzen, Müdigkeit, Schweregefühl, Depressionen und verschiedene Arten von Atemwegs- und Erkältungskrankheiten mit Reizhusten und Schniefnase.

Ist zusätzlich das Verdauungsfeuer Agni geschwächt ist, kann Ama entstehen. Das verstopft die Körperkanäle (Srotas) und stört das Immunsystem: Krankheitserreger haben dann ein leichteres Spiel.

Die Rolle der Doshas bei Erkältungen

Wie immer im Ayurveda gibt es bestimmte Grundregeln, die für fast alle gelten. Die echte Magie des Ayurveda besteht aber darin, dass er keine pauschalen Antworten liefert, sondern jeden Menschen ganz genau betrachtet. So auch bei Erkältungen: Prinzipiell können nämlich auch hier alle drei Dosha beteiligt sein.

Kapha & Erkältung

  • Kapha steht für Schleim, Kälte und Stabilität. Ein Überschuss führt zu verschleimten und verstopften Nebenhöhlen sowie Trägheit.
  • Kalte, feuchte Witterung, schweres Essen (Milchprodukte, Zucker, kalte Speisen) und Bewegungsmangel erhöhen Kapha.
  • Symptome: Vermehrte Schleimbildung, verstopfte Nase, Husten mit Auswurf, Müdigkeit.

Vata & Erkältung

  • Vata steht für Bewegung, Trockenheit und Wind. Ein Überschuss kann das Immunsystem schwächen und die Schleimhäute austrocknen, sodass Krankheitserreger leichter eindringen können.
  • Kälte, Stress, unregelmäßige Ernährung und Schlafmangel erhöhen Vata.
  • Symptome: Trockener Husten, Heiserkeit, Frösteln, Schwäche, Gliederschmerzen.

Pitta & Erkältung

  • Pitta steht für Hitze und Entzündung. Ein stark erhöhtes Pitta kann zu hohem Fieber, Halsschmerzen und Entzündungen führen.
  • Scharfe, saure und erhitzende Nahrungsmittel (Alkohol, Kaffee, scharfes Essen) erhöhen Pitta.
  • Symptome: Fieber, Halsschmerzen, brennendes Gefühl in den Augen oder im Rachen.

Die Rolle von Agni und Ama

Ganz unabhängig davon, welches der drei Doshas am stärksten an der Erkältung beteiligt ist: Fast immer trägt ein geschwächtes Verdauungsfeuer dazu bei, dass eine Infektion sich durchsetzen kann. Solange Dein Agni kraftvoll brennt und die Nahrung vollständig verwertet, ist auch Dein Immunsystem stark genug, um Angreifer abzuwehren.

Je schwächer Dein Agni, desto anfälliger wirst Du für Erkältungen. Ama, so nennen wir im Ayurveda unverdaute Stoffwechselzwischenprodukte, lagert sich in den Körperkanälen ab und blockiert den ungestörten Fluss von Nährstoffen und Prana.

Ist Ama vorhanden, kann aus einem leichten Schnupfen schnell ein langwieriger grippaler Infekt werden. Eines der ersten Anzeichen von Ama im Körper ist ein dicker Belag auf der Zunge, der sich auch mit einem Zungenschaber nur schwer entfernen lässt.

Welcher Erkältungs-Typ bist Du?

Bei Erkältung will der Ayurveda den Körper deshalb ganzheitlich unterstützen. Ziel ist es, Ama zu reduzieren, Agni zu stärken und die Doshas wieder in Balance bringen. So hilfst Du Deinem Körper, sich selbst zu regulieren – und kannst Erkältungen langfristig vorbeugen. Dazu musst Du aber zunächst herausfinden, welcher ayurvedische Erkältungs-Typ Du bist.

Jede Erkältung hat eine individuelle energetische Prägung. Während manche Menschen vor allem unter trockenen Schleimhäuten und Halsschmerzen leiden, kämpfen andere eher mit verstopfter Nase und zähem Schleim. Zu welcher Art von Erkältung Du tendierst, hängt auch mit Deiner Prakriti, also Deiner angeborenen Konstitution zusammen.

Vata-Typen haben oft von Natur aus ein eher schwächeres Immunsystem und sind relativ anfällig für Infekte. Kapha-Typen neigen zu Stagnation und haben gerade im Frühling oft mit Schleim und verstopften Nebenhöhlen zu kämpfen. Pitta-Typen sind generell am wenigsten anfällig für Erkältungen, entwickeln dann aber häufig Begleiterscheinungen wie Fieber und Entzündungen.

Ayurveda bei Erkältungen: Die 5 besten Tipps

Deine Konstitution besagt aber noch lange nicht, dass Du Infekten hilflos ausgeliefert bist. Je stärker Deine innere Balance und Dein Agni, desto schwerer wird es für Viren und Bakterien. Indem Du Dich „wintertauglich“ ernährst und Deine Gewohnheiten an die Jahreszeit anpasst, machst Du Dich widerstandsfähiger und unterstützt die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers.

Ganz wichtig: Ist die Erkältung erst einmal da, geht es nicht darum, Symptome zu unterdrücken. Der Ayurveda betrachtet jede Erkältung auch als Signal zur inneren Einkehr und Entschleunigung. Statt Dich selbst zum Funktionieren zu zwingen, nimmst Du Dir lieber etwas Zeit für Dich selbst.

Tipp 1: Wärme

Wir hatten es schon: Kapha und Vata, die beiden Haupt-Übeltäter bei Erkältungen, haben beide die Eigenschaft „kalt“. Eine wichtige Maßnahme, um Erkältungen zu lindern (und zu vermeiden), ist deshalb Wärme. Warmes Essen, eine warme Umgebung und auch emotionale Wärme helfen uns, kalte Wintertage gesund zu überstehen.

  • Vermeide kaltes und abgestandenes Essen (auch Rohkost und kalte Getränke)
  • Zieh Dich warm an und wähle weiche Textilien
  • Mache es Dir gemütlich und sorge für warmes Licht
  • Nutze Wärmflaschen, Körnerkissen und warme Brustwickel
  • Verwende wärmende Gewürze und Tees
  • Pflege liebevolle, wertschätzende Beziehungen

Tipp 2: Ernährung

Die Winterkälte schwächt Agni, sodass der Körper weniger Kraft hat, die Nahrung zu verbrennen. Am besten sind leicht verdauliche, frisch gekochte und tendenziell feuchte Gerichte, wie beispielsweise Suppen, Eintöpfe, Currys oder saftige Aufläufe. Mit wärmenden Gewürzen stärkst Du Dein Agni zusätzlich.

Achte aber darauf, ob Deine Erkältung eher Vata- oder Kapha-dominant ist: Bei Trockenheit sind gesunde Fette und Öle Pflicht. Bei Verschleimung wählst Du dagegen am besten sehr leichte Kost mit vorwiegend Gemüse – oder legst vielleicht sogar mal einen Fastentag ein.

  • Verwende Wurzelgemüse wie Kürbis, Karotten, Rote Bete, Steckrüben und Süßkartoffeln
  • Trinke reichlich heißes Wasser (oder Ingwerwasser) und warme Kräutertees
  • Verwende Gewürze wie Ingwer, Kreuzkümmel, Kurkuma und Zimt
  • Genieße eine Goldene Milch oder einen würzigen Chai
  • Vermeide saure Milchprodukte, Süßigkeiten und gefrorene Lebensmittel
  • Tipp: Probier mal Kanji! Für die ayurvedische Reissuppe kochst Du Reis so lange, bis er fast zu Brei zerfällt.

Tipp 3: Gewürze & Kräuter

In der ayurvedischen Medizin sind Gewürze sowohl Geschmacksträger als auch wertvolle Heilmittel. Sie regulieren die Doshas, stärken Agni und wärmen Deinen gesamten Organismus von innen.

Die Ayurveda-Medizin kennt viele sehr kraftvolle Heilpflanzen: Einige davon sollten aber nur erfahrene Ayurveda-Therapeut:innen empfehlen, die Dich und Deine spezielle Situation kennen. Trotzdem gibt es einige Kräuter und Gewürze, die Du auch zu Hause verwenden kannst.

Hinweis: Viele dieser Kräuter wirken stark auskratzend und eignen sich daher vor allem bei Kapha-dominanten Erkältungen. Bei Reizhusten, Heiserkeit und Schwäche setzt Du sie lieber etwas vorsichtig ein. Chyavanprash, Kreuzkümmel, Süßholz und Amla eignen sich bei Vata-Erkältungen besser.

Gute Kräuter bei Erkältungen:

  • Ingwer
  • Kurkuma
  • Nelken
  • Kreuzkümmel
  • Zimt
  • Schwarzer Pfeffer
  • Süßholz
  • Thymian
  • Pippali
  • Chyavanprash
  • Tulsi
  • Amla
  • Guduchi

Tipp 4: Ölziehen, Nasenspülung und Inhalation

Um Erkältungen vorzubeugen, empfiehlt der Ayurveda im Winter vor allem zwei tägliche Rituale: Das Ölziehen und die Nasenspülung mit dem Neti-Kännchen. Beides unterstützt den Körper bei der täglichen Entgiftung und hilft, Bakterien abzuwehren.

Nach der Nasenspülung mit Salzwasser reibst Du die Naseninnenwand am besten mit zwei Tropfen Sesamöl oder Ghee ein, um die Schleimhäute zu schützen. Falls Du schon erkältet bist, verzichtest Du allerdings besser auf diese Methode.

Bei einer akuten Erkältung empfiehlt der Ayurveda stattdessen, mehrmals pro Tag mit heißem Dampf zu inhalieren. Wasser reicht dafür meist aus – wer mag, kann noch Kräuter wie Thymian, Kamille oder Ajowan zugeben.

Tipp 5: Schlaf & Ruhe

Eine ganzheitliche Sichtweise auf Erkältungen umfasst neben der körperlichen auch die mentale und emotionale Ebene. Gesundheit ist aus Sicht des Ayurveda ein Zustand innerer Balance und Stabilität.

Stress kann beispielsweise das Vata Dosha erhöhen, das Agni schwächen und Infekte begünstigen. Ähnliches gilt für Reizüberflutung, anhaltende Unruhe und Ängste oder auch Schlafmangel.

Schlaf und Ruhe sind bei einer Erkältung deshalb besonders wichtig. Leg Dir eine Wärmflasche auf den Bauch, muckel Dich in eine Kuscheldecke und nimm Dir einfach einmal wieder Zeit für Dich selbst.

Vertraue Deinem Körper, wenn er Dir sagt, dass Du müde bist. Auch Meditation, ein Body Scan, Yoga Nidra oder ein Bad mit Aromaölen unterstützen die Regeneration von Körper, Geist und Seele. Wenn Du Dich wieder etwas besser fühlst, können Atemübungen wie Kapalabhati oder Bhastrika helfen, das Feuer in Dir anzuheizen.

Fazit: Erkältungen als Wegweiser zu mehr Balance

Aus ayurvedischer Sicht entsteht Gesundheit vor allem durch Achtsamkeit und ein tiefes Verständnis für die eigenen Bedürfnisse. Eine akute Erkältung zeigt Dir, dass der Körper Aufmerksamkeit braucht – sei es durch Ruhe, Wärme oder eine bessere Versorgung mit nährenden Lebensmitteln.

Wer sein Immunsystem nachhaltig stärken möchte, beginnt am besten mit kleinen, täglichen Veränderungen. Eine bewusste Ernährung, regelmäßige Routinen wie Ölziehen und Nasenspülungen und eine gute Mischung aus Aktivität und Ruhe machen Dich fit für die Erkältungs-Saison.

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