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Gesunde ayurvedische Plätzchen: Rezept für die Weihnachtszeit
Das Schöne am Ayurveda ist, dass es eigentlich keine Verbote gibt. Auch Weihnachtsplätzchen sind ausdrücklich erlaubt – und können Dir sogar helfen, etwas winterliches Vata auszugleichen. Wir haben ein einfaches und sehr leckeres ayurvedisches Rezept für ayurvedisch inspirierte Weihnachtsplätzchen für Dich, die garantiert auch bei Nicht-Ayurvedis gut ankommen!
Ayurvedische Plätzchen – für Weihnachten oder als Süßigkeit
Plätzchenbacken (und -essen) gehört zur Weihnachtszeit einfach dazu, findest Du nicht? Spätestens zum ersten Advent beginnt es in den Küchen nach Butter, Zimt und Nelken zu duften. Selbst Menschen, die sonst wenig Backbegeisterung zeigen, schwelgen in der Vorweihnachtszeit Erinnerungen, Nostalgie und einer kindlichen Freude an liebgewordenen Traditionen.
In vielen Familien ist die Plätzchenkunst eine Frage der Ehre: Oft werden die Rezepte von einer Generation an die nächste weitergeben. Doch so unterschiedlich Plätzchenrezepte auch sein können, die Grundlage besteht in der Regel aus Butter, Zucker und Weizenmehl: Alles Lebensmittel, die von gesundheitsbewussten Menschen eher geächtet werden.
Wenn Du Dich für die Ayurveda-Ernährung interessierst, bist Du Dir vielleicht unsicher, ob der Genuss von Weihnachtsplätzchen zu einem ayurvedischen Lebensstil passt. Unsere Antwort aus vollem Herzen lautet: Ja, unbedingt! Zwar empfiehlt auch der Ayurveda, Süßigkeiten mit großen Mengen Zucker und Fett eher zu vermeiden – vor allem dann, wenn es sich um industriell gefertigte Produkte handelt.
Der süße Geschmack hat aus ayurvedischer Sicht aber auch viele Vorteile. Außerdem ist die Weihnachtsbäckerei eine wunderbare Möglichkeit, gemeinsam mit Freunden und Familie auf achtsame Weise Leckereien herzustellen. Und da es im Ayurveda auch auf die Intention und Zubereitung (Karana) ankommt, halten wir Plätzchenbacken für sehr ayurvedisch!
Der süße Geschmack im Ayurveda
Im Ayurveda unterscheiden wir sechs verschiedene Geschmäcker (Rasas): Süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb (manchmal auch adstringierend oder zusammenziehend genannt). Rasa heißt auch so viel wie Nährgewebe, denn die Geschmäcker haben eine bestimmte Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Jeder Geschmack steht in Verbindung mit zwei der fünf Elemente und trägt daher auch deren Eigenschaften (Gunas) in sich.
Der süße Geschmack (madhura) setzt sich aus den Elementen Erde und Wasser zusammen. Daraus ergeben sich die Gunas feucht, schwer und ölig. Solche Eigenschaften sind im Ayurveda weder gut noch schlecht: Ob ein Lebensmittel sich für Dich eignet, hängt davon ab, welche Eigenschaften in Dir besonders dominant sind. Der süße Geschmack gilt im Ayurveda als befeuchtend, nährend und aufbauend – aber auch als potenziell schleimfördernd und beschwerend.
Letzteres sehen wir sowohl auf körperlicher Ebene, zum Beispiel durch Gewichtszunahme als bei der geistigen Verfassung (Trägheit). Wenn du sehr viel Kapha in Deiner Konstitution hast, kann das die eher schwere Tendenz des Doshas noch weiter verstärken. Vata und Pitta werden durch den süßen Geschmack dagegen eher ausgeglichen.
Vor allem das trockene, leichte Vata Dosha profitiert sehr von den erdenden und beruhigenden Effekten von Süßspeisen. Mit süß ist hier allerdings nicht unbedingt Zucker gemeint, sondern alle Lebensmittel, die einen süßen Geschmack haben – darunter zum Beispiel verschiedene Getreide-, Obst- und Gemüsesorten.
Der Winter ist die Vata-Zeit des Jahres: Das bedeutet, dass das Vata Dosha dann bei uns allen dazu tendiert, sein Gleichgewicht zu verlieren. Während der kalten, trockenen Monate haben wir im Ayurveda deshalb das Ziel, Ojas (unsere Kraft und Vitalität) zu vermehren und unsere Körpergewebe (Dhatus) zu stärken. Gesunde ayurvedische Plätzchen können also dazu beitragen, das Vata Dosha auszubalancieren.
Ayurvedisch Backen
Die ayurvedische Ernährungslehre basiert auf insgesamt acht Säulen. Statt zu sagen, dass ein bestimmtes Lebensmittel per se ungünstig ist, betrachtet der Ayurveda Nahrung aus einem ganzheitlichen Blickwinkel: Neben der Natur und den Eigenschaften ist zum Beispiel auch wichtig, woher es kommt, wie es zubereitet wird und wie viel zu davon isst.
Grundsätzlich bemühen wir uns im Ayurveda, möglichst frische, naturbelassene Zutaten in guter Qualität zu verwenden. Gekochte bzw. erhitzte Lebensmittel betrachten wir als leichter verdaulich und deshalb gesünder als Rohkost. Wenn Du also hochwertige Bio-Zutaten verwendest und Deine Plätzchen mit einer Prise Achtsamkeit und Hingabe zubereitest, passen sie wunderbar zu Deinem ayurvedischen Leben: zumindest, solange Du nicht das ganze Blech auf einmal vernaschst.
Auch Zucker ist im Ayurveda in Maßen okay. Genau genommen ist Zucker aber kein natürliches Lebensmittel, sondern ein hochverarbeitetes Isolat. Statt dem raffinierten weißen Haushaltszucker verwenden wir für ayurvedische Plätzchen deshalb gerne Rohrohrzucker, Kokosblütenzucker, Dattelzucker oder Sharkara, die ayurvedische Zuckervariante. Honig eignet sich zum Backen weniger gut, weil er nach ayurvedischem Verständnis nicht erhitzt werden sollte.
Gesündere Alternativen zu weißem Auszugsmehl sind Vollkornmehle. Noch besser sind Varianten aus Urgetreide, wie zum Beispiel Ur-Dinkel, Emmer, Einkorn oder Kamut. Diese Getreidevarianten sind häufig noch nicht so stark durch Züchtungen verändert und enthalten mehr Nähr- und Ballaststoffe als klassisches Weizenmehl.
Bei einigen typisch ayurvedischen Süßigkeiten, wie zum Beispiel Laddus, wird auch gerne geröstetes Kichererbsenmehl verwendet. Da es kein Gluten enthält, ist es aber schwierig, Weizenmehl beim Backen einfach durch Kichererbsenmehl zu ersetzen. Auch der intensive Geschmack ist zumindest für Weihnachtsplätzchen nicht ideal.
Weil ein Übermaß an Eiern eine tamasische, also schwere und trübende Wirkung haben kann, setzen wir sie im Ayurveda nur sparsam dosiert ein. Die meisten ayurvedischen Plätzchen-Rezepte funktionieren deshalb auch für Veganer*innen gut.
Anstelle von Butter eignet sich Ghee hervorragend zum Backen. Ghee gilt als sattvisches, also reines Lebensmittel mit heilender Wirkung, das – in der richtigen Dosierung – allen Doshas gut bekommt. Wenn Du vegan lebst, kannst Du Ghee problemlos durch natives Kokosöl ersetzen.
Von veganer Butter bzw. Margarine raten wir Dir allerdings ab: Bei den meisten Varianten handelt es sich um stark verarbeitete Produkte, die kaum Nährstoffe und dafür häufig ungünstige Fette enthalten.
Genuss ohne Reue
Eine Besonderheit der ayurvedischen Küche sind die vielfältigen Gewürze, die wir verwenden. Eine ideale ayurvedische Mahlzeit ist frisch zubereitet, vollwertig, auf die Konstitution abgestimmt und enthält alle sechs Geschmäcker. In vielen Fällen erreichen wir durch die Zugabe von Gewürzen ein ausgewogenes Verhältnis der Geschmäcker und machen die Nahrung leichter verdaulich.
Auch ayurvedische Plätzchen enthalten deshalb meist verschiedene Gewürze – perfekt also für die Weihnachtszeit. Übrigens: Im Ayurveda wird Süßes traditionell zu Beginn der Mahlzeit gegessen. Der Grund dafür ist, dass der süße Geschmack gut zu verdauen ist, Agni anregt und gleichzeitig Pitta besänftigt. Das hilft uns, in Ruhe zu essen und sorgt dafür, dass der Körper die Nahrung gut verarbeiten kann.
Eine Sache liegt uns allerdings am Herzen: Im Ayurveda geht es nicht darum, sich perfekt zu ernähren. Mindestens genauso wichtig wie das Lebensmittel, das Du zu Dir nimmst, sind die Situation und das Bewusstsein, mit dem Du es verspeist. Es ist völlig in Ordnung, ab und an über die Stränge zu schlagen und in der Weihnachtszeit ganz normale, „ungesunde“ Plätzchen zu essen.
Wenn Du mit Genuss und Achtsamkeit im Kreis Deiner Lieben ein paar nicht-ayurvedische Weihnachtsplätzchen vertilgst, wird Dir das nicht schaden. Viel wichtiger als das, was wir hin und wieder machen, sind die Dinge, die wir täglich tun. In Maßen sind alle Lebensmittel in Ordnung und Du darfst es Dir erlauben, sie ohne Reue zu essen.
Unser Rezept für ayurvedische Plätzchen
Wir haben ein schnelles und sehr einfaches Rezept für ayurvedisch-inspirierte Weihnachtsplätzchen für Dich. Einige der Zutaten kannst Du ganz leicht abwandeln: Statt Weizenmehl und -grieß funktioniert auch Dinkel gut.
Etwa ein Viertel der Mehlmenge kannst Du durch eine glutenfreie Mehlvariante ersetzen, zum Beispiel durch Reis- oder Buchweizenmehl. Es könnte allerdings sein, dass die Plätzchen dann etwas mürber werden.
Statt Ghee kannst Du natives Kokosöl oder Butter nehmen, als Zuckerersatz eignen sich Kokosblüten- oder Dattelzucker. Und falls Du Deine Plätzchen noch würziger magst, kannst Du versuchen, eine Prise gemahlene Nelken oder Piment zuzugeben.
Die Zutaten für Deine Ayurveda-Plätzchen:
- 140g Hartweizengrieß
- 160g Weizenmehl
- 125g Rohrzucker
- Eine Prise Salz
- 2TL Kardamom
- 2TL Zimt
- 125g Ghee
- Eine Handvoll blanchierte Mandeln
Zubereitung:
- Zuerst vermischst Du die trockenen Zutaten (Grieß, Mehl, Zucker, Salz und Gewürze).
- Gib jetzt das Ghee dazu und verknete die Masse zügig, bis ein glatter Teig entsteht.
- Forme eine Kugel und lege sie für etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank.
- Heize Deinen Backofen auf 180 Grad vor.
- Teile den Teig in etwa erdbeergroße Kugeln auf.
- Lege die Kugeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und drücke je eine blanchierte Mandel in die Mitte.
- Backe Deine Plätzchen etwa 20 bis 25 Minuten bei Ober- und Unterhitze, bis die Ränder leicht goldbraun sind.
Tipp: Am besten halten die Plätzchen sich in Omas guter alter Blech-Keksdose – es sei denn natürlich, sie schaffen es erst gar nicht bis dorthin.
Ayurvedische Plätzchen – eine gesunde Weihnachts-Leckerei
Der süße Geschmack hat eine erdende Wirkung, nährt uns und kann zudem für gute Laune sorgen: Aus ayurvedischer Sicht sind Weihnachtsplätzchen also gar keine schlechte Idee. Wir empfehlen Dir, nach Möglichkeit Bio-Produkte aus regionalem Anbau zu verwenden und nur kleine Mengen zu essen.
Wir hoffen jedenfalls, dass Du die Weihnachtszeit in vollen Zügen genießt – denn die Freude am Essen trägt ebenfalls dazu bei, dass die Nahrung Deinem Körper gut bekommt. Und falls Du es über die Feiertage doch mal mit den süßen Plätzchen übertreiben solltest, helfen Dir scharfe und bittere Lebensmittel, die Wirkung etwas auszugleichen.
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